Kontakt

Ulf Großmann

Netzwerkstelle Kulturelle Bildung

Telefon: 035829 60365
Fax: 0180 1020668534
Mobil: 0152 22672772
Email: kulturelle-bildung(at)freenet.de 

grossmann(at)kultur.org

Kulturelle Bildung

Vier Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit Kunst und deren ständige Bewältigung stehen im Zentrum des Schaffens von Prof. Ekkehard Klemm, Dirigent und Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, Dresden: 

Tiefe des Wissens

Kraft des Fühlens 

Schönheit des Könnens 

Lust des Vermittelns. 

Neurologen, Erziehungswissenschaftler, Entwicklungspsychologen, Soziologen, Pädagogen, Künstler, Kulturvermittler und Politiker haben längst umfassend beschrieben, warum Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche unverzichtbarer Teil ihres Werdens und Heranwachsens sind. Der Göttinger Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther bringt es in seinen Vorträgen und Veröffentlichungen immer wieder auf den Punkt, wenn er äußert, dass das menschliche Gehirn ein Problemlösungsinstrument ist, das, wenn es optimal genutzt werden und ständig aktiviert werden soll, möglichst viele Probleme braucht, die es bewältigen kann. Es braucht vor allem Probleme und Herausforderungen, die „unter die Haut“ gehen. Es braucht Stimulationen, die dazu führen, dass die emotionalen Zentren im Gehirn angehen. Dies geht nicht von allein. Impulse sind nötig, die emotionale Wirkungen entfalten. Wenn etwas wirklich „unter die Haut geht“, werden neue Verbindungen geschaltet, es beginnt im Gehirn zu „feuern“ und die emotionalen Zentren gehen an. 

Kunst und Kultur haben unbestreitbar die Fähigkeit, wenn Aufnahmebereitschaft besteht und Rezeptionsfähigkeit vorhanden ist, emotional zu stimulieren, weil die Beschäftigung mit Kunst und Kultur „unter die Haut gehen“ kann. 

Es kommt also auf die Befähigung zur Auseinandersetzung mit kulturellen und künstlerischen Sachverhalten und Problemen an. Die Fähigkeit, aktiv und genussvoll zu rezipieren setzt ebenso Lernprozesse voraus, wie das Praktizieren der unterschiedlichsten Kulturtechniken, wie der des Singens, Sprechens, Tanzens, des Malens und des plastischen Gestaltens, sowie der des Musizierens und des darstellenden Spiels. All dies bedarf einer jeweils spezifischen Unterweisung. Es braucht signifikante Lernorte, qualifizierte Kunst- und Kulturvermittler, aber auch spannende und herausfordernde Ideen. 

Für die Gestaltung eines professionellen, bedarfsgerechten Angebots im Bereich kultureller Kinder- und Jugendbildung müssen Schulen, Künstler und Kultureinrichtungen gemeinsam neue Handlungsräume eröffnen. Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien möchte diesen Prozess aktiv mitgestalten. 

Im Dezember 2006 startete - maßgeblich auf Initiative des Sächsischen Kultursenats - im Kulturraum ein Pilotprojekt zur Förderung der professionellen und nachhaltigen Zusammenarbeit von Schulen, Künstlern und Kultureinrichtungen im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Im Mittelpunkt des Projektes steht der Aufbau eines Netzwerkes kultureller Bildung im Kulturraum. 

Kulturelle Bildung ist eine Querschnittsaufgabe mit vielen Akteuren, aber auch mit unterschiedlichen Bildungsbegriffen und teilweise divergierenden Zielstellungen. Aufgabe des Netzwerkes ist es, das Bewusstsein einer nur partnerschaftlich zu bewältigenden Verantwortung zu stärken, Partnerschaften zu initiieren und diese zu unterstützen. 

Das Netzwerk fördert die gemeinsame Entwicklung von möglichst langfristigen und professionellen Angeboten im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Dabei ist vom Bedarf der jeweiligen Bildungseinrichtung und der Nutzung der vorhandenen Kapazitäten der kulturellen Einrichtungen auszugehen. Neben der Initiierung konkreter Projekte geht es vor allem um die Begleitung des systematischen Aufbaus von stabilen und nachhaltigen Strukturen, etwa durch Qualifizierung von Künstlern im pädagogischen Bereich oder durch Weiterbildung von Lehrern auf kulturellem Gebiet. Ein weiterer Schwerpunkt der Netzwerkarbeit ist die Sicherung und Weitergabe von Erfahrungen. Kultureinrichtungen und Künstler im Kulturraum sind wichtige Partner in diesem Prozess. 

Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien grenzt an die europäischen Nachbarländer Tschechien und Polen. Hier ist kulturelle Bildung auch immer ein Wegbereiter für die Entwicklung interkultureller Kompetenz. „Wer seine eigenen kulturellen Wurzeln nicht mehr kennt, wird alles Fremde als Bedrohung empfinden“, sagte Prof. Dr. Jan Hendrik Olbertz, der heutige Präsident der Humboldt-Universität Berlin als damaliger Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt. Kulturorte sind bestens geeignet für interkulturelle Kompetenzentwicklung. Mit kulturellen Projekten lernen Kinder und Jugendliche kulturelle Diversifizierungen kennen und mit Vielfalt zu leben. Für einen erfolgreichen interkulturellen Dialog ist kulturelle Bildung eine ausschlaggebende Voraussetzung. 

Künftig möchte sich die Netzwerkstelle Kulturelle Bildung im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien auch dem Aufgabenfeld der kulturellen Bildung im frühkindlichen Bereich widmen. Hier soll das Schwergewicht vor allem auf die Qualifizierung der Kulturvermittler und der Eltern, sowie auf die Kooperation mit Kulturträgern gerichtet sein. Außerdem wird der kulturellen Bildung von Erwachsenen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. In diesem Aufgabenfeld soll es zunächst um die Koordinierung der Aktivitäten der Kulturvermittler im Kulturraum gehen, die in den unterschiedlichen Kultureinrichtungen tätig sind. 

Alle an diesem Prozess interessierten Partner sind herzlich zur Mitwirkung eingeladen.

www.kulturellebildung-ol.de