4. Ausgabe

Die neue Zeit(ung) für Kinder ist da!
„Bewegung macht Spaß!“ und das zu jeder Jahreszeit!
Den Beweis dafür finden Sie in unserer neuesten Ausgabe der vom Landkreis Görlitz herausgegebenen Zeit(ung) für Kinder. Ab dem 28. November liegt die Zeitung wieder in den Häusern des Landratsamtes, in allen Kitas, Grundschulen, Kinderarztpraxen aber auch bei Tagespflegepersonen im Landkreis aus.
Die Bewegung für Körper und Geist ist enorm wichtig für die Entwicklung des Kindes. Deshalb haben wir sowohl für den häuslichen als auch für den pädagogischen Alltag vielfältige Möglichkeiten der Bewegungsförderung zusammengestellt. Das Kinderhaus „Kinderinsel Kunterbunt“ in Görlitz und die Jahn-Grundschule Ebersbach stellen uns ihren ganz eigenen Bewegungsalltag vor. Mit unserem Bewegungsprotokoll finden Sie heraus wie viel Bewegung im Alltag ihres Kindes steckt.
Aber auch die Kinder dürfen selbst aktiv werden. Auf unserer Mitmachseite können Sie zusammen mit Dino fit in den Tag starten und auch für die „geistige Bewegung“ hat Dino sich einiges überlegt.
Wie immer finden Sie diese und auch die vorangegangenen Ausgaben der Zeit(ung) für Kinder unter www.kreis-goerlitz.de sowie unter www.kulturellebildung-ol.de zum Download.
Wir freuen uns auf ihre Anregungen und Hinweis auf zeitung-fuer-kinder@kreis-gr.de.
Viel Spaß beim Lesen und „Bewegen“!
Wer bietet wie viel? - Für Kunst aus der Oberlausitz bei der ersten Kunstauktion der Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz

„Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – Verkauft!“, heißt es am Samstag, den 15. Oktober 2011 ab 14 Uhr im Barockschloss in Königshain. Die Stiftung für Kunst und Kultur lädt dazu alle Kunstinteressierten ganz herzlich ein.
44 Künstler aus der Oberlausitz haben sich an dieser Aktion zu Gunsten der Stiftung mit 90 Werken verschiedener Techniken beteiligt. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Arbeit der Stiftung. Ziel ist der Erhalt und die Sicherung von künstlerischen Nachlässen Oberlausitzer Künstler. Darüber hinaus soll die Gestaltung des Internetauftritts sowie die Herstellung neuer Flyer zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Stiftung beitragen.
Die Vielfalt der Werke bietet für jeden etwas, überzeugen Sie sich am besten selbst und schauen Sie auf die neue Internetseite www.kunstkulturstiftung-oberlausitz.de. Dort bekommen Sie nicht nur einen Einblick in die Arbeit der Stiftung, sondern erhalten gleichzeitig alle Informationen rund um die Auktion sowie den Onlinekatalog mit allen zur Versteigerung angebotenen Werken. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit der Vorabbesichtigung der Werke ab Freitag den 07.10.2011 im Barockschloss Königshain (Öffnungszeiten: Dienstag – Donnerstag von 11 -15 Uhr und Freitag – Sonntag von 14 -17 Uhr).
Wir würden uns freuen, wenn wir Sie am 15. Oktober auf dem Schloss in Könighain begrüßen könnten. Auf Grund der begrenzten Sitzplätze bitten wir Sie um Ihre Anmeldung im Kultursekretariat bei Frau Susanne Hoffmann Tel.: 03588/285399 bzw. per Fax unter 03588/285392 oder per E-Mail unter Susanne.Hoffmann(at)kreis-gr.de.
Es besteht die Möglichkeit zur Abgabe eines schriftlichen Gebotes!
Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz
Hugo-Keller-Straße 14
02826 Görlitz
Oberlausitzer Kunstlotterie startet am 01.06.2011
Fotos: B. Bertram
Bettina Ernst-Bertram
40.000 Lose der Oberlausitzer Kunststiftung liegen bereit. Am 1. Juni beginnt der Verkauf imLandkreis Görlitz: Den stemmen 15 Auszubildende der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien gemeinsam. Die Jugendlichen der Regionalbanken wollen Kunst und Kultur in der Region fördern und bekannter machen und nebenbei sowohl von ihren Ausbildern als auch in der Praxis Marketing für einen guten Zweck lernen. Jedes der Ein-Euro-Lose ist ein Gewinn, werden sie sagen, denn der Erlös kommt der Arbeit der jungen Kunst- und Kulturstiftung der Oberlausitz zu Gute. Nicole Rölke (23, li.) von der Volksbank und Fränze Bode (17) von der Sparkasse wissen, dass damit Nachlässe von namhaften hiesigen Künstlern gesichert und Ausstellungen unterstützt werden: Horst Bachmann, Dietmar Hummel, Ernst-Ulrich Walter...
Beim ersten Testlauf vorab in Görlitz reichten am vergangenen Wochenende wegen der großen Nachfrage schon mal die Lose nicht, erzählte Nicole Rölke am Montag vor Journalisten in Königshain bei Görlitz.
Mit Ideen und Optimismus
An Ideen und Optimismus mangelt es den Azubis aus dem ersten und zweiten Lehrjahr überhaupt nicht: Sie wollen bei regionalen Festen Kinder schminken – je nach Begabung – und den Eltern im Angesicht der Kunst am Kind den Kauf eines Loses der Kunststiftung anbieten. Oder: Sie verschenken Einkaufschips der Sparkasse an Loskäufer. 1000 Euro kann man gewinnen, aber es gibt auch viele kleine Ein- und Zwei-Euro-Gewinne oder die Chance auf Freilose. Die Bank-Azubis wollen selbst die Nieten mit einem Bonbon versüßen. Lose werden regelmäßig bei den Zittauer Markttagen oder bei besonderen Festen im Landkreis Görlitz wie dem Görlitzer Altstadtfest oder dem Eibauer Bierzug verkauft. Zwar hat die Stiftung über 50.000 Euro Stammkapital, aber die Zinsen, mit denen die Stiftung arbeiten kann, reichen für deren große Vorhaben nicht aus, sagte Sabine Schubert vom Stiftungsrat. Deshalb sei man erfinderisch geworden und die Unterstützung der regionalen Banken sei eine tolle Sache. Das Stammkapital der Kunststiftung wird derzeit durch den Verkauf von limitierten "Stifterbriefen“ aufgebessert. Die gibt es zu 20, 100 und in der „Premiumversion“ zu 500 Euro, letztere einschließlich einer originalen Künstlergrafik. Mit dem Stifterbrief erwirbt man symbolisch die Patenschaft über die Kunst und Kultur in einem Quadratkilometer Oberlausitz: Denn es werden genauso viele Briefe verkauft wie die Oberlausitz Fläche in Quadratkilometern hat, über 4497, allerdings sind davon bereits einige weg...
„Kultur + Schule“ - Rück- und Ausblick Einladung zur Informationsveranstaltung am 9. Juni 2011 um 17 Uhr in die Kulturfabrik Hoyerswerda
„Sammlung Ernst-Ulrich Walter – Museum für Morgenlandfahrer“

Stiftung ist Rettung für Leutwitzer Orientschätze
Die Landkreise Görlitz und Bautzen wollen die privat gesammelten Schätze aus dem Museum für Morgenlandfahrer in der Lausitz halten.
Bettina Ernst-Bertram
Landrat Bernd Lange (Görlitz) hat am 1. Dezember zusammen mit Dr. Wolfram Leunert (Erster Beigeordneter des LK Bautzen) und dem Privatsammler Ernst-Ulrich Walter (91) in Leutwitz (Foto) das Stiftungspapier besiegelt, das den Bestand der einzigartigen Sammlung des reisenden Juristen Walter in der Region sichern soll. An der unselbständigen Stiftung „Sammlung Ernst-Ulrich Walter – Museum für Morgenlandfahrer“ sind die Landkreise mit jeweils 12.500 Euro beteiligt. Walter stiftet Teile seines außergewöhnlichen Lebenswerkes, das vielfältige ethnologische, archäologische und historische Objekte des Mittelmeerraumes und Südostasiens vereint. Auf dem Erbrichterhof der 50-Seelen-Gemeinde Leutwitz bei Bautzen, einem Anwesen von Vorfahren der Familie, hat sich der gebürtige Schlesier, der in Breslau Jura studierte und nach dem Krieg in Wuppertal eine Kanzlei führte, seit 1991 eingerichtet.
Seltene tibetische Kostbarkeiten
„Der tibetische Bereich ist besonders beachtenswert und beinhaltet seltene Kostbarkeiten“, sagt Friederike Koch, die Leiterin des Museums der Westlausitz in Kamenz über Objekte, die in die Stiftung eingehen. Die Archäologin ist zusammen mit weiteren Experten seit 2008 dabei, die Objekte in eine Datenbank aufzunehmen und wissenschaftlich zu bearbeiten. Walter hatte zur Zeit der chinesischen „Kulturrevolution“ , als mit der Zerstörung von buddhistischen Zeugnissen der tibetischen Identität vernichtende Schläge verpasst wurden, viele tibetische Kunstobjekte gesammelt und gekauft - und somit auch gerettet. Auch wichtige armenische Kunstwerke, für die sich zeitweise keiner interessierte, sind heute noch vorhanden, da Walter sie sammelte.
Etliche Buddhastatuen, Bronzen, chinesische Vasen, antike Büsten und Jahrhunderte alte Korane und Bibeln und auch Grabsteine sind im Leutwitzer Schatzhaus nach Voranmeldung unter Führung des Hausherrn zu besichtigen.
„Das absolut Interessante neben den Werten in der Sammlung ist die enge Verbindung zwischen Leben und Sammlung von Ernst-Ulrich Walter“, sagt Kulturamtsleiter Joachim Mühle. Ernst-Ulrich Walter hat all seine Kostbarkeiten in den Jahren zwischen 1963 und 1986 gesammelt. Damals war er als Anwalt für internationales Handelsrecht mindestens viermal im Jahr in der Türkei, in Indien, Thailand und Persien (Iran) unterwegs.
Von wertvoll bis kurios und erbaulich
Nichts in diesem Morgenlandfahrer-Museum ist derzeit museal, alle „Mitbringsel“ laden zum Anfassen, Öffnen, Eintreten ein. Der Besucher läuft über Perserteppiche, streift Schlangenhäute, bewundert perlenbestickte Gewänder, die Walter aus Vorderasien nebst Handtaschen für seine Damen mitgebracht hat. Russische Ikonen, chinesische Bodenvasen, 1000 Jahre alte persische Schalen und reich verzierte Kannen, diversen Schmuck und etliches mehr hat Walter aus „Freude an den schönen Dingen“ mit nach Hause gebracht. Es herrscht in dem Herrenhaus eine lebendige, weltoffene, schöne und „erbauliche“ Atmosphäre. Bemerkenswerte Grabsteine aus Kleinasien (3. Jh. n. Chr.), mehrere Jahrhunderte alte und besondere Koran-Ausgaben aus dem Iran und sehr alte jüdische Schriften sind ein einzigartiges Studierpotenzial im Leutwitzer Dreiseithof. Inmitten seiner Schätze sitzt der Weltbürger Walter mit Pelzkappe und Mantel, der leidenschaftliche Morgenlandreisende, dem die Lebensart auch heute noch aus seinem 91-jährigen Antlitz schaut.
In den Tagebüchern, die der alte Herr bis heute schreibt, finden sich akribisch aufgelistet Hinweise zu den zum Teil extrem wertvollen Dingen, die Walter von seinen Reisen im Handgepäck oder Koffer mitbrachte oder in Überseekisten nach Deutschland schickte.
Als Junge schon ein Globetrotter
Bereits als Junge von 15 Jahren ist er durch Europa getrampt und hat den Kontinent von Schlesien aus bis nach Italien mit dem Fahrrad durchmessen. Nach dem Abitur studierte er Jura in Breslau, dazu Russisch, denn er wollte in diplomatische Dienste eintreten. Aber dann kam der Krieg, den er – zu Anfang 19 Jahre alt - vom ersten bis zum letzten Tage miterlebte. Nach dem Krieg hat er sämtliche Scheine zum Jura-Examen in drei Semestern nachgeholt.
Als Berater der Schah-Familie
1963 unternimmt er seine ersten Orient-Reise und spezialisiert sich auf Internationales Handelsrecht. 50 Prozent seiner Klienten sind türkische, arabische oder persische Geschäftsleute. Von 1974-78 avancierte er zum Berater der Schah-Familie in Persien, für die er internationale Verträge erarbeitete. Die Schah-Familie honorierte seine juristischen Dienste nicht schnöde in Barem, sondern beschenkte ihn mit kulturhistorischen Gaben, wie auch etliche andere seiner Klienten.
Stiftung als Chance für die Zukunft
Die Stiftung ist eine Chance, die Sammlung für die Allgemeinheit zusammenhängend zu erhalten. So werde es möglich, Fördermittel einzuwerben, um wertvolle Exponate restaurieren und angemessen aufbewahren zu können, sagte Joachim Mühle in Leutwitz. Die unselbstständige Stiftung wird zunächst von der „Bürgerstiftung Dresden“ (Geschäftsführer Winfried Ripp) treuhänderisch verwaltet und beim Aufbau tragfähiger Strukturen unterstützt. Zum Stiftungsrat gehören Ernst-Ulrich Walter, der Görlitzer Landrat Bernd Lange (Stv. Vorsitzender), Landrat Michael Harig (Bautzen), der Bürgermeister der Gemeinde Göda, Peter Beer (Vorsitzender), drei weitere Persönlichkeiten mit Stimmrecht und ein Vertreter der Treuhänderin ohne Stimmrecht. Perspektivisch wird die unselbständige Stiftung in die Stiftung Kunst und Kultur der Oberlausitz eingehen.
Rund 4500 Objekte wurden seit 2008 in einer Datenbank erfasst. Etwa 200 Kunstwerke sind wissenschaftlich bearbeitet worden. Diese Objekte aus der Sammlung von internationalem Rang, die auch schlicht liebenswerte oder kuriose Stücke enthält, sind zusammen mit Leihgaben aus anderen Lausitzer Privatsammlungen bis zum 10. April 2011 im Museum der Westlausitz in der Ausstellung „Ex Oriente Lux“ in Kamenz zu sehen.
Beitrag: Ernst-Bertram



